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Für Sie gelesen: Xylit – das süße Gift

„Seit Jahren wird bereits vor dem Birkenzucker, dem Xylit, gewarnt! Selbst wenn Tasso oder andere Vereine schon darauf aufmerksam machten, Tierärzte auf ihren Blogs oder Seiten warnten, ist es doch so, dass gerade neue Hundehalter von dieser Gefahr noch nichts wissen.“
  wissen-hund.de

Bekannt ist Xylit vor allem als kaloriensparender und zahnschonender Zuckeraustauschstoff z.B. in Kaugummis und vielen anderen Lebensmitteln wie Backwaren, Süßigkeiten und Getränken.

Praxisbeispiel:
Ein Eurasier mit 25 kg frisst Bonbons mit 2,5 g Xylit oder Kekse mit 25 g Xylit. Im ersten Fall nimmt er 100 mg/kg KG auf, im zweiten Fall lebensgefährliche 1000 mg/kg KG.

Hunde können Xylit nicht verstoffwechseln –
es verursacht bereits ab 100 mg/kg KG akute Leberzellschäden und eine gefährliche Unterzuckerung durch direkte Stimulierung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Symptome:
(je nach aufgenommener Menge nach kurzer Zeit, bei Kaugummis teilweise erst nach 12 Stunden)

  • Erbrechen, Durst, Apathie aufgrund der gefährlichen Unterzuckerung,
  • Koordinationsprobleme und Kreislaufstörungen
  • sowie Gelbsucht aufgrund des Leberschadens.

Es ist bereits zu Todesfällen gekommen!!!

Therapie:

  • ggfalls. Erbrechen herbeiführen – nur kurz nach der Aufnahme sinnvoll,
  • dann den Blutzuckerspiegel durch eine Zucker-Dauerinfusion stabilisieren
    (evt. notfallmäßig Honig oder Zuckerlösung in der Mundhöhle verteilen)
  • gleichzeitig Leberschutztherapie sowie Kalium, Vitamin E und Selen und
  • ggfalls Ausgleich einer Gerinnungsstörung mit Plasmatransfusionen und Vitamin K. Zur Kontrolle muß der Hund mehrere Tage in der Tierklinik bleiben.

 

Siehe auch: „Der Hund“ Nr. 11/2017

 

Dr. Cornelia Burk

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